Wissenschafts-Praxis Transfer
Die Inhalte und Formen des Konsums digitaler Medien verändern sich in einem Tempo, mit dem sowohl Grundlagenforschung als auch Bildungssysteme nur schwer mithalten können. Aus diesem Grund haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, aktiv einen Beitrag zum Erfahrungsaustausch über digitale Medien beizutragen.
Einerseits werden maximale Bildschirmzeiten für Kinder und Jugendliche empfohlen und wissenschaftlich fundiert begründet, andererseits kann ein Youtube-Kanal heute bereits im Jugendalter eine Karrieremöglichkeit sein, die man mit begrenzten Bildschirmzeiten unter Umständen verwehrt.
Im Gemenge aus Innovation und Information fällt es Pädagogen und Pädagoginnen, Eltern, aber auch uns allen als Betroffenen zunehmend schwer, sich zu orientieren und auf dem Neuesten Stand zu bleiben. Gleichzeitig finden digitale Medien zunehmend ihren Weg in unseren Alltag. Das heißt, deren Inhalte und Applikationsformen haben direkte Auswirkungen auf uns.
Was sind digitale Medien?
Im weitesten Sinne sind alle Hilfsmittel und Methoden, mit denen wir Information aus unserer Umwelt erhalten, Medien. Darunter fällt Fernsehen und Video, Buch und Radio, aber auch ein wissenschaftliches Experiment ist strenggenommen ein Medium oder ein Thermometer, Google oder künstliche Intelligenz.
Von digitalen Medien spricht man, wenn die Informationsweitergabe digital erfolgt. Das heißt, analoge Informationen werden digital abgebildet, quasi kostenlos transferiert und anschließend auf einem Endgerät präsentiert. Das Internet ermöglicht es dabei heute quasi jedem, Informationen an beliebige Menschen kostenlos zu senden und zu vervielfältigen.
Diese Vorteile der Digitalität sind die Triebkräfte des Erfolgs von Plattformen wie Youtube für Videos oder Wikipedia für Information.
Die sozialen Medien sind ebenfalls digitale Medien und zwar in Form von digitalen Räumen, die uns einen Informationsaustausch mit diversen Zielgruppen ermöglichen.
Die Digitalisierung bringt Chancen, aber auch Gefahren, beispielsweise dadurch, dass digitale Räume nicht die gleichen Eigenschaften haben wie physisch reale Räume. Das verändert Voraussetzungen, Regeln und Konsequenzen der sozialen Interaktion und uns allen mangelt es an Erfahrung, denn noch nie war unsere Gesellschaft an diesem Punkt.
Karrieren von E-Sportler*innen werden durch den falschen Spitznamen beendet, Youtuber erreichen und verdienen aus dem Kinderzimmer in kurzer Zeit Millionen, Facebookprofile führen zu Entlassungen und große Influencer machen politische Bildung und entscheiden Wahlen. Das aktuelle Bild der sozialen Medien ist ein Zeitzeuge dafür, dass Beratungsbedarf besteht.
Wir haben im Folgenden einige wichtige Wissensinhalte zum Umgang mit digitalen Medien in Form von Leitlinien zusammengefasst. Nach dem Motto: „Wenn Sie Zeit haben, mit Jemandem über digitale Medien zu reden, welche Gedanken würden wir Ihnen raten, noch mit aufzunehmen“.
Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit und wir werden diesen Bereich stetig in Rückkopplung mit unseren Partnern und der aktuellen Literatur erweitern und überarbeiten. Bis dahin sind die hier genannten Leitlinien die zentralen Lerninhalte in der von uns veranstalteten Lehre.
Leitlinien: Aufwachsen und Leben im Zeitalter der digitalen Medien
- Dein Internetauftritt ist dein Manifest.
- Menschen online wie Menschen offline behandeln.
- Aktive und passive Mediennutzung differenzieren.


